Interesse, zu helfen, kann bereits in der Kindheit entstehen

Im Gespräch mit vielen Rettungssanitätern, Ärzten und anderen Berufsgruppen, die sich auf das medizinische Helfen spezialisiert haben, erfahre ich immer wieder, dass das Interesse anderen zu helfen bei denen, die diese Berufe ausüben, bereits im Kindes- und Jugendalter geweckt wurde. So spielten einige bereits als Kinder mit Playmobil am liebsten auf der Krankenstation oder wollten sich ein solches Boot kaufen (das Rettungsboot aus dem Spielesortiment).

Ich finde dies bemerkenswert, vor allem deshalb, weil man immer wieder über die Bedeutung des kindlichen Spiels spricht. Denn schließlich verarbeiten Kinder im Spiel nicht nur das, was sie erlebt haben, sondern sie gehen auch ganz gezielt ihren Interessen nach. In den Fällen der medizinischen Fachkräfte war dies wohl, anderen zu helfen und dafür zu sorgen, dass es ihnen wieder besser geht. Die Frauen berichten, dass sie oft mit Puppen gespielt haben, die vielleicht nur noch ein Auge hatten und die sie dann fürsorglich gepflegt haben.

Männer hingegen fühlten sich dann eher zu den Helikoptern und den Rettungsbooten hingezogen und simulierten spannende Rettungsaktionen. Doch dafür mussten deren Eltern natürlich erst das passende Boot kaufen – in diesem Fall das Rettungsboot. Natürlich haben viele Kinder auch mit anderen Kindern gemeinsam diese packenden Geschichten nachgespielt, sei es mit den Spielfiguren oder im Rollenspiel als eigene Darsteller. Häufig sollen solche Geschichten (z.B. dass eine Person krank war und die andere sie umsorgten) auch in Rollenspielen wie etwa „Mutter, Vater, Kind“ vorgekommen sein.

Im Jugendalter wurde dieses Interesse dann noch greifbarer und viele schauten sich Arztserien an oder traten gleich einem gemeinnützigen Verein bei wie beispielsweise der freiwilligen Feuerwehr oder dem Deutschen Roten Kreuz. Hier konnten die Jugendlichen dann das nötige Fachwissen und die geeigneten Handgriffe erlernen. Nun stand dem tatsächlichen Helfen von Menschen nichts mehr im Wege. Viele schlugen auch beruflich eine solche Laufbahn ein und sind nun Sanitäter, Mediziner oder Pflegepersonal.